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Depressionen und Angststörungen

Definition und Symptome von Depressionen

Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und sind durch anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessensverlust und Antriebslosigkeit gekennzeichnet. Betroffene leiden oft unter Schlafstörungen, Appetitveränderungen, Konzentrationsschwierigkeiten und negativen Gedanken über sich selbst und die Zukunft. In schweren Fällen können auch Suizidgedanken auftreten, weshalb eine professionelle Behandlung unerlässlich ist.

Verschiedene Arten von Angststörungen

Angststörungen manifestieren sich in unterschiedlichen Formen. Die generalisierte Angststörung ist durch übermäßige Sorgen in verschiedenen Lebensbereichen charakterisiert, während Panikstörungen durch plötzliche, intensive Angstattacken geprägt sind. Soziale Phobien führen zu ausgeprägter Angst vor sozialen Situationen, und spezifische Phobien betreffen bestimmte Objekte oder Situationen wie Höhenangst oder Spinnenangst.

Verfügbare Medikamente in Österreich

In österreichischen Apotheken stehen verschiedene wirksame Medikamente zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen zur Verfügung. Die Auswahl erfolgt individuell durch den behandelnden Arzt basierend auf der spezifischen Diagnose und dem Schweregrad der Erkrankung.

Zu den häufig verschriebenen Antidepressiva gehören:

  • Sertralin - ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) mit guter Verträglichkeit
  • Escitalopram - besonders wirksam bei generalisierten Angststörungen
  • Venlafaxin - ein Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer für schwere Depressionen

Anxiolytika zur kurzfristigen Behandlung akuter Angstzustände umfassen Lorazepam und Alprazolam, die jedoch aufgrund ihres Abhängigkeitspotentials nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden sollten.

Anwendung und Dosierung

Die Dosierung wird individuell angepasst und beginnt meist mit einer niedrigen Dosis, die schrittweise erhöht wird. Antidepressiva benötigen typischerweise 2-4 Wochen bis zum Wirkungseintritt, während Anxiolytika schneller wirken. Die Einnahme sollte regelmäßig und zur gleichen Tageszeit erfolgen.

Wichtige Hinweise zur Einnahme

Medikamente dürfen niemals eigenmächtig abgesetzt werden, da dies zu Absetzerscheinungen führen kann. Bei Nebenwirkungen oder Fragen sollten Patienten umgehend ihren Arzt oder Apotheker kontaktieren. Besondere Vorsicht ist bei der Kombination mit anderen Medikamenten oder Alkohol geboten.

Bipolare Störungen und Stimmungsstabilisatoren

Was sind bipolare Störungen

Bipolare Störungen, früher als manisch-depressive Erkrankung bekannt, sind chronische psychische Erkrankungen, die durch extreme Stimmungsschwankungen zwischen depressiven und manischen bzw. hypomanischen Episoden charakterisiert sind. Diese Erkrankung betrifft etwa 1-3% der österreichischen Bevölkerung und erfordert eine lebenslange medikamentöse Behandlung zur Stabilisierung der Stimmung.

Manische und depressive Phasen

Während manischer Phasen erleben Betroffene übermäßige Euphorie, gesteigerte Aktivität, vermindertes Schlafbedürfnis und oft unrealistische Selbsteinschätzung. Depressive Phasen ähneln einer schweren Depression mit Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und sozialem Rückzug. Zwischen diesen Episoden können symptomfreie Intervalle liegen, in denen Patienten ein normales Leben führen können.

Stimmungsstabilisierende Medikamente

Die Behandlung bipolarer Störungen basiert auf verschiedenen Medikamentengruppen, die sowohl zur Akutbehandlung als auch zur langfristigen Phasenprophylaxe eingesetzt werden:

  • Lithium-Präparate gelten als Goldstandard und sind besonders wirksam zur Suizidprävention
  • Antikonvulsiva wie Valproinsäure eignen sich vor allem bei gemischten Episoden
  • Lamotrigin ist besonders effektiv zur Verhinderung depressiver Rückfälle
  • Atypische Antipsychotika wie Olanzapin oder Quetiapin werden bei akuten manischen Episoden eingesetzt

Therapieüberwachung und Blutkontrolle

Die Behandlung bipolarer Störungen erfordert regelmäßige ärztliche Kontrollen und Laboruntersuchungen. Bei Lithium-Therapie sind engmaschige Blutspiegelkontrollen notwendig, da der therapeutische Bereich schmal ist. Auch Nieren- und Schilddrüsenfunktion müssen überwacht werden. Bei Antikonvulsiva sind Leberwerte und Blutbild zu kontrollieren.

Langzeitbehandlung

Die Langzeitbehandlung zielt auf die Verhinderung neuer Krankheitsepisoden ab. Patienten sollten ihre Medikamente auch in symptomfreien Phasen konsequent einnehmen, da das Rückfallrisiko ohne Medikation sehr hoch ist. Eine gute Therapietreue und regelmäßige Arztkontakte sind entscheidend für den Behandlungserfolg und die Lebensqualität der Betroffenen.

ADHS und Aufmerksamkeitsstörungen

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung bei Kindern und Erwachsenen

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) ist eine der häufigsten neurobiologischen Entwicklungsstörungen, die sowohl Kinder als auch Erwachsene betrifft. In Österreich sind etwa 3-7% der Schulkinder von ADHS betroffen. Die Störung kann sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen und erfordert oft eine kontinuierliche medikamentöse Behandlung in Kombination mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen.

Symptome und Diagnose

Die Diagnose von ADHS erfolgt durch spezialisierte Fachärzte anhand spezifischer Kriterien. Typische Symptome umfassen anhaltende Aufmerksamkeitsprobleme, Hyperaktivität und Impulsivität. Bei Erwachsenen können sich diese Symptome als chronische Unorganisiertheit, Vergesslichkeit und Schwierigkeiten bei der Zeiteinteilung manifestieren.

Verfügbare Stimulanzien in Österreich

In österreichischen Apotheken sind verschiedene ADHS-Medikamente nach ärztlicher Verschreibung erhältlich:

  • Methylphenidat (Ritalin, Concerta): Das am häufigsten verschriebene Stimulans zur ADHS-Behandlung
  • Atomoxetin: Ein nicht-stimulierender Wirkstoff, der als Alternative bei Unverträglichkeiten eingesetzt wird

Nicht-stimulierende Alternativen

Neben den klassischen Stimulanzien stehen in Österreich auch nicht-stimulierende Medikamente zur Verfügung. Diese werden besonders bei Patienten mit Herzproblemen, Suchterkrankungen in der Vorgeschichte oder bei unerwünschten Nebenwirkungen von Stimulanzien eingesetzt. Die Wirkung tritt meist langsamer ein, kann aber gleichmäßiger und länger anhaltend sein.

Dosierungsrichtlinien und Nebenwirkungen

Die Dosierung von ADHS-Medikamenten muss individuell angepasst werden und erfordert regelmäßige ärztliche Kontrollen. Häufige Nebenwirkungen können Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und gelegentlich Wachstumsverzögerungen bei Kindern umfassen. Eine sorgfältige pharmazeutische Beratung ist essentiell für den Behandlungserfolg.

Schlafstörungen und Schlafmittel

Verschiedene Arten von Schlafstörungen

Schlafstörungen betreffen einen erheblichen Teil der österreichischen Bevölkerung und können verschiedene Formen annehmen. Dazu gehören Einschlafstörungen, Durchschlafprobleme, frühes Erwachen und nicht-erholsamer Schlaf. Die Ursachen reichen von Stress und Lebensstilfaktoren bis hin zu organischen Erkrankungen.

Insomnie und ihre Ursachen

Insomnie ist die häufigste Form der Schlafstörung und kann akut oder chronisch auftreten. Häufige Auslöser sind psychischer Stress, Schichtarbeit, Medikamentennebenwirkungen, hormonelle Veränderungen oder zugrunde liegende psychiatrische Erkrankungen. Eine gründliche Ursachenabklärung ist für die erfolgreiche Behandlung entscheidend.

Verschreibungspflichtige Schlafmittel

In österreichischen Apotheken sind verschiedene verschreibungspflichtige Schlafmittel erhältlich:

  • Benzodiazepine (Zolpidem, Zopiclon): Wirksame Kurzzeitbehandlung bei akuten Schlafstörungen
  • Z-Substanzen: Moderne Schlafmittel mit geringerem Abhängigkeitspotenzial

Pflanzliche Alternativen

Für leichtere Schlafstörungen bieten sich pflanzliche Präparate als schonende Alternative an. Baldrian, Passionsblume, Hopfen und Melisse haben eine lange Tradition in der Schlafförderung und sind ohne Rezept in österreichischen Apotheken erhältlich. Diese natürlichen Wirkstoffe können besonders bei stressbedingten Einschlafproblemen hilfreich sein.

Abhängigkeitsrisiko und sichere Anwendung

Bei der Verwendung von Schlafmitteln ist besondere Vorsicht geboten, da viele Wirkstoffe ein Abhängigkeitspotenzial besitzen. Die Behandlung sollte grundsätzlich zeitlich begrenzt erfolgen und von regelmäßigen ärztlichen Kontrollen begleitet werden. Eine ausführliche pharmazeutische Beratung über korrekte Dosierung, Anwendungsdauer und mögliche Wechselwirkungen ist unerlässlich für eine sichere Therapie.

Psychosen und Antipsychotika

Schizophrenie und andere psychotische Störungen

Psychotische Störungen wie Schizophrenie gehören zu den schwerwiegendsten psychiatrischen Erkrankungen und betreffen etwa 1% der österreichischen Bevölkerung. Diese Erkrankungen sind durch Realitätsverlust, gestörte Wahrnehmung und Denkprozesse charakterisiert. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung sind entscheidend für den Therapieerfolg.

Positive und negative Symptome

Psychotische Symptome werden in positive und negative Symptome unterteilt. Positive Symptome umfassen Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Denkstörungen. Negative Symptome beinhalten sozialen Rückzug, verminderte Emotionalität und Antriebslosigkeit. Beide Symptomgruppen erfordern unterschiedliche therapeutische Ansätze.

Antipsychotische Medikamente

Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit Antipsychotika, die in zwei Hauptgruppen unterteilt werden:

  • Typische Antipsychotika wie Haloperidol - wirksam gegen positive Symptome, können jedoch Bewegungsstörungen verursachen
  • Atypische Antipsychotika wie Risperidon, Olanzapin und Aripiprazol - bessere Verträglichkeit und Wirkung gegen negative Symptome

Depot-Injektionen bieten eine wichtige Alternative für die Langzeittherapie und verbessern die Therapietreue erheblich. Die regelmäßige Überwachung von Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Stoffwechselveränderungen und Bewegungsstörungen ist essentiell für eine erfolgreiche Behandlung.

Beratung und wichtige Hinweise

Bedeutung der ärztlichen Verschreibung

Alle Psychopharmaka sind in Österreich verschreibungspflichtig und erfordern eine sorgfältige ärztliche Überwachung. Die eigenständige Dosisänderung oder das Absetzen von Medikamenten kann zu schwerwiegenden Rückfällen führen. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Patient, Arzt und Apotheke ist für den Therapieerfolg unerlässlich.

Wechselwirkungen und Apothekenberatung

Psychopharmaka können mit vielen anderen Medikamenten, aber auch mit Alkohol und bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln interagieren. Ihre Apotheke vor Ort bietet kompetente Beratung zu:

  • Möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
  • Korrekter Einnahme und Dosierung
  • Nebenwirkungsmanagement
  • Ordnungsgemäßer Lagerung bei Raumtemperatur, geschützt vor Licht und Feuchtigkeit

Notfälle und wichtige Kontakte

Bei akuten psychiatrischen Krisen wenden Sie sich an den Notruf 144 oder die Telefonseelsorge (142). Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei Anzeichen einer Verschlechterung, Suizidgedanken oder schweren Nebenwirkungen. Ihre Stammapotheke steht Ihnen für Fragen zur Medikation jederzeit zur Verfügung.

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